Blühende Schönheiten für die Gesundheit

FreeImages.com/Michael & Christa RichertRingelblumen - FreeImages.com / Michael & Christa Richert

Viele Hobbygärtner gehen davon aus, dass Küchen- und Heilkräuter eher unscheinbar sind und daher keinen Schmuck für Garten und Kübel darstellen. Es gibt aber viele blühende Schönheiten, die auch gesundheitliche Effekte besitzen.

Mit den Blüten der Malve wurden früher Wein, Lebensmittel und Textilien gefärbt. Und auch in die Bibel hat die rosafarbene Blume Einzug gefunden. Moses verabreicht einem Fieberkranken einen Malventee - und dieser wird geheilt.

Tatsächlich enthält die Malve ätherische Öle, Gerb- und Schleimstoffe, die Entzündungen und Krämpfe lindern können. Malventee wird als Hustenmittel empfohlen, der nicht nur wirkt, sondern auch Kindern schmeckt.

Die Malve darf allerdings nicht gekocht, sondern nur als Kaltauszug zubereitet werden. Pro Tasse ca. 2 TL Malvenblüten mit kaltem Wasser übergießen und über Nacht ziehen lassen. Morgens dann abseihen und den Auszug vorsichtig auf Trinktemperatur erwärmen.

Rose, Lavendel, Schafgarbe

Die Gartenliebhaber erfreut die Rose mit einer Vielfalt an Farben und Blütenformen. In der heutigen Naturmedizin wird vor allem Rosenöl genutzt. Die Herstellung ist nicht nur aufwändig, sondern auch teuer. So benötigt man für einen Liter Rosenöl etwa drei Tonnen Blüten. Daher sind Verfälschungen z.B. mit billigem Geraniumöl nicht selten.

Zu den wichtigen Inhaltsstoffen der Rose zählen Anthocyane, entzündungshemmende ätherische Öle und Gerbstoffe, die eine trocknende und zusammenziehende Wirkung haben. Rosenblütentee bietet sich bei leichten Entzündungen der Schleimhäute in Mund und Rachenraum zum Gurgeln oder Spülen an.

Die violetten Blüten des Lavendels erinnern an Urlaub in Südfrankreich, wo er auf großen Feldern gedeiht. Hierzulande wird er meist einzeln im Garten angepflanzt, weil er nicht nur gut duftet, sondern auch hübsch aussieht.

Die Blüten liefern einen Wirkstoff, der auch die Wissenschaft überzeugt hat. Mehrere Studien konnten zeigen, dass hoch dosiertes Lavendelöl Ängste häufig ebenso gut lindern kann wie chemische Medikamente. Schon der Lavendelduft beruhigt die Nerven und macht schläfrig.

Hilfreich ist beispielsweise ein Lavendelsäckchen neben dem Kopfkissen. Dieses wirkt bereits bei Babys und Kleinkindern. Im Kleiderschrank lassen Lavendelsäckchen die Wäsche gut duften und halten zudem Motten fern.

Der Sage nach heilte der griechische Held Achill seine Wunden mit Schafgarbe, weshalb die weiß blühende Staude mit botanischem Namen auch "Achillea" heißt. Die zu den Korbblütlern zählende Pflanze ist mehrjährig und in ganz Europa heimisch.

Als homöopathische Aufbereitung werden die Blüten heute unter dem Namen "Millefolium" gegen starke Blutungen eingesetzt, etwa in den Wechseljahren. Ergänzend kann ein Sitzbad mit Schafgarbenkraut helfen: 100 g in 2 l Wasser aufkochen, 20 Minuten ziehen lassen und dann ins Badewasser geben.

Schafgarbe kann als Tee auch bei einem gereizten Magen, bei Blähungen oder Sodbrennen hilfreich sein. Daher kommt wohl auch der Volksname "Bauchwehkraut". Verantwortlich sind die enthaltenen Stoffe Chamazulen und Asparagin.

Ringelblume und Kapuzinerkresse

Verliebte zupfen gerne die Blütenblätter der gelb bis orange blühenden Ringelblume ab und befragen das Blumenorakel, ob er/sie einen liebt oder nicht. Bereits Hildegard von Bingen empfahl die Blüten jedoch bei Vergiftungen, wissenschaftlich belegt ist ihre heilende Wirkung bei Wunden und Ekzemen.

Ringelblumen sind deshalb in vielen Wundsalben enthalten. Im Garten ist die Ringelblume, die zur großen Familie der Korbblütler gehört, sehr beliebt, weil sie gefräßige Schnecken und Fadenwürmer fern hält. Außerdem lockern die Pfahlwurzeln das Erdreich auf und verbessern so die Qualität des Bodens.

Die Ringelblume kann in Teeform auch bei Verdauungsstörungen helfen. Bei Entzündungen im Rachenraum hilft eine Gurgellösung: 1 bis 2 TL frische Blüten mit einer Tasse heißem Wasser übergießen, 10 Minuten abgedeckt ziehen lassen und abseihen.

Die leuchtend orange blühende Kapuzinerkresse stammt ursprünglich aus Südamerika. Die Inkas nutzten sie als Schmerz- und Wundheilmittel. Kapuzinerkresse enthält Senföle, die die Vermehrung von Bakterien, Viren und Pilzen hemmen.

Daher setzen Wissenschaftler große Hoffnungen auf ihren Einsatz als pflanzliches Antibiotikum. Wegen des hohen Vitamin-C-Gehaltes sind die würzig-scharfen Blätter auch ein wirkungsvoller Schutz vor Erkältungen. Dazu kann man beispielsweise Blüten und Blätter unter grünen Salat mischen oder fein gehackt zu Kräuterbutter oder Pesto verarbeiten.

Weitere hilfreiche Gartenschönheiten

Das Rosengewächs Mädesüß mit seinen weißen Blüten wurde früher zum Aromatisieren und Süßen von Honigwein (Met) verwendet. Daher hat es seinen Namen. Die Klostermedizin setzte Mädesüß vor allem bei Blasen- und Nierenleiden ein.

Dagegen nutzt die moderne Naturmedizin die Pflanze, um Erkältungssymptome wie Fieber und Kopfweh zu kurieren, da Mädesüß reichlich schmerzstillende Salizylsäure enthält, die dem Wirkstoff in Aspirin ähnelt. Man sollte allerdings täglich nicht mehr als drei Tassen Tee (1 TL Kraut auf 1 Tasse heißes Wasser) trinken, sonst könnte es zu Magenbeschwerden kommen.

Der Quendel hat kleine violette Blüten und ähnelt dem Lavendel, ist aber der "wilde Bruder" des Thymians. In früheren Zeiten wurden Quendelkränze geweiht und in Stall und Haus gehängt, um Blitze oder böse Geister abzuwehren. Hildegard von Bingen nutzte das getrocknete Kraut bei Krätze und anderen Hautproblemen.

Moderne Heilkundler empfehlen einen Quendeltee bei Husten, Heiserkeit und Halsweh. Dazu 1 TL Kraut auf eine Tasse heißes Wasser geben und 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen.

Borretsch fasziniert vor allem durch seine wunderschönen blauen Sternchenblüten und seinen Duft nach Gurken. Borretsch wird vor allem als frisches Küchenkraut verwendet - sollte allerdings aufgrund von leberschädigenden Substanzen nur sparsam genutzt werden.

Gesundheitlich unbedenklich ist dagegen Borretschöl, das aus den Samen gewonnen wird und in Kapselform erhältlich ist. Es wirkt entzündungshemmend und hat sich bei Rheuma und Neurodermitis bewährt.